Einfache Antworten greifen zu kurz
Shownotes
Wie die Forschenden sich begegnen, eine gemeinsame Sprache finden und sich in ihrer Vielfalt organisieren, berichten Fengler und Prof. Dr. Christina Lechtermann, ebenfalls Sprecherin des Potenzialbereichs, von der Ruhr-Universität Bochum im Podcast Think. Try. Transform. bei Moderator Sven-Daniel Gettys. Christina Lechtermann ist Komplexität in der Vormoderne auf der Spur, als man schwer durchschaubare Dinge noch nicht so nannte. „Man war zum Beispiel überzeugt, dass Metalle im Boden auf der Basis von Schwefel und Quecksilber entstünden, wenn bestimmte Gegebenheiten zutrafen: Planetenkonstellationen etwa, die Anwesenheit von Wasser oder Sand, aber auch Himmelsrichtung oder Steigung des Bodens. „Wollte man im Boden graben und Beobachtungen machen, veränderte man diese Gegebenheiten“, berichtet die Forscherin aus ihrer Arbeit an verschiedenen Handschriften. „Da werden andere Formulierungen der Ratlosigkeit gefunden.“ Susanne Fengler und das Team der Journalistik an der TU Dortmund richten den Blick auf gegenwärtige Reaktionen auf Komplexität: Der Journalismus ist seit jeher gehalten, sie zu reduzieren. Aber kann er dann noch der Sache gerecht werden? Verzerrt die Vereinfachung nicht eher den Blick auf komplexe Sachverhalte, etwa Migration? Wie viel Komplexität muss man Menschen zumuten?
In dieser Folge erfahren Sie • Was die Forschung unter Komplexität versteht • Wie Menschen vergangener Epochen Komplexität wahrgenommen und beschrieben haben • Wie sich die Area of High Potential zusammensetzt • Was das Ziel des Potenzialbereichs ist • Wie die Geisteswissenschaften durch die enge Zusammenarbeit neue Impulse setzen
Links: UA Ruhr College for Social Sciences and Humanities: https://www.uaruhr.de/forschung/research-alliance-ruhr/college-for-social-sciences-and-humanities/ Institut für Journalistik der TU Dortmund: https://www.journalistik-dortmund.de/ Fakultät Sozialwissenschaften TU Dortmund: https://www.tu-dortmund.de/universitaet/fakultaeten/sozialwissenschaften/ Fakultät für Philologie der Ruhr-Universität Bochum: https://www.dekphil.ruhr-uni-bochum.de/ Fakultät für Ostasienwissenschaft Ruhr-Universität Bochum: https://www.oaw.ruhr-uni-bochum.de/index.html.de Institut für Medienwissenschaft Ruhr-Universität Bochum: https://ifm.rub.de/ Centrum für Religionswissenschaftliche Studien Ruhr-Universität Bochum: https://ceres.rub.de/de/ Geschichtswissenschaft Ruhr-Universität Bochum: https://www.gw.ruhr-uni-bochum.de/index.html.de Institut für Archäologie Ruhr-Universität Bochum: https://www.archwiss.ruhr-uni-bochum.de/aw/index.html.de
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00:00:04: Think, Try, Transform!
00:00:06: Der Podcast zur Exzellenzstrategie des Ruhr Innovation Lab.
00:00:11: Folge neun mit dem Titel Engaging Complexity Knowledge Media and Society Liebe zu Hörern und Zuhörer.
00:00:22: wir sind zurück aus der Sommerpause und wir freuen uns dass es weitergeht und hoffen natürlich das ihr die Zeit gut nutzen könntet vielleicht um ein altes Projekt abzuschließen oder ein neues Anzufangen vor allen Dingen aber natürlich zur Erholung zum Kraft tanken.
00:00:35: Und aus der Hirn- und aus der Lernforschung wissen wir, dass wir Menscheninformation vor allen Dingen Pausen verarbeiten.
00:00:41: Das gerade in einer immer komplexe erscheinenden Welt auf der wir so vielen Kanälen Informationen bekommen.
00:00:48: Der Philosoph annennt das in seinem Essay Infokati und Digitalisierung die Krise Demokratie ein regelrechter Informationszunami den wir beständig ausgesetzt sind.
00:00:58: Einige Menschen
00:00:59: Das
00:00:59: kennt ihr sicherlich aus eurem Umfeld, die suchen dann nach möglichst einfachen Zusammenfassungen und Antworten.
00:01:05: Und von hier aus zum politischen Populismus und Extremismus, die tatsächlich die Demokratie und die offene Vielfeilsgesellschaft bedrohen ist es manchmal gar nicht mehr so weit.
00:01:16: Damit sind wir schon bei unserem heutigen Thema Engaging Complexity.
00:01:19: Wir haben heute nämlich zwei exzellente Wissenschaftlerinnen eingeladen, die uns genau dazu einiges erzählen können.
00:01:27: Ich will Sie einmal kurz anmoderieren.
00:01:29: Hier ist einmal Prof.
00:01:30: Dr.
00:01:30: Christine Lechdermann, sie hat den Lehrstuhl für germanistische Mediavistik, deutsche Literatur des Früh- und Hochmittelalters in der Ruhr Uni in Bochum und Frau Prof.
00:01:40: Susanne Fängler, sie hatte einen Lehrstuch für internationalen Journalismus und gleichzeitig ist die wissenschaftliche Leiterin und Geschäftsführerin des Erich Brostinstituts für Internationalen Journalismus.
00:01:52: Mein Name ist Svenanie Gettes und ich freue mich auf die vorletzte Folge dieses Podcasts.
00:01:57: Und vielleicht die erste Frage an Sie beide, wie macht sich Komplexität in Ihrem Alltag bemerkbar?
00:02:04: Haben sie da vielleicht das eine oder andere persönliche Beispiel?
00:02:07: Sie stehen ja zwischen den Welten von Forschung, Lehre, Projekten gerade jetzt auch der Exzellenzinitiative.
00:02:13: Wie komplex ist Ihr Alltag?
00:02:15: Ja also vielleicht gerade was so dieser Tage an totaler Komplexitäten Klammer auf wieder mal ereignet, Klammern zu.
00:02:23: Wir haben zum Beispiel gerade von der EU ein neues Forschungsprojekt bewilligt bekommen bei dem wir mit sechs Partneruniversitäten in afrikanischen Ländern zusammenarbeiten
00:02:35: und
00:02:36: wer schon mal EU-Anträge gemacht hat er weiß wie unglaublich komplex das administrative Verfahren ist.
00:02:43: also auch nachdem man schon die die Zusage für das Projekt bekommen hat und wir sind jetzt gerade da durchgesurft und waren jetzt quasi soweit, dass wir den Vertrag alle unterschreiben konnten.
00:02:53: Und dann hat gestern unser Kollege in Burkina Faso, der eben auch mitbeteiligt ist, uns benachrichtigt, dass er seitens der Regierung ein Verbot bekommen hat an diesem Projekt teilzunehmen.
00:03:11: Also das heißt die ganz große Geopolitik spielt auch da rein, Jetzt Projekte mit europäischen Partnern nicht mehr gewünscht werden.
00:03:23: Jetzt müssen wir dafür eine Lösung finden, gleichzeitig den Partner an Bord behalten und das dann natürlich auch noch als ein Beispiel während tausend andere Dinge gleichzeitig passieren und ich auch noch Mutter vor zwei Kindern bin.
00:03:38: Genau Frau Lechtermann!
00:03:40: Wie komplex ist Ihr Alltag?
00:03:42: Mein Alltag ist im Moment nicht so furchtbar, also jedenfalls so fuchbar komplex, gerade nicht... Klar, es gibt ein paar administrative Schwierigkeiten.
00:03:52: Aber das würde ich nicht unbedingt Komplexität nennen sondern eher kompliziert weil wir natürlich dabei sind ähnlich wie Susanne jetzt über den Sommer die zweite Laufzeit des SFBs vorzubereiten.
00:04:07: Das macht aber natürlich vor allen Dingen das Team im Leitungsgremium und was da alles mit Ausschreibung und Onboarding usw.
00:04:14: zu tun.
00:04:15: Relativ ist durcheinander und man möchte es auch gar nicht so genau wissen.
00:04:19: Was ich persönlich mit Komplexität im Moment eher zu tun habe, ist was sehr ruhig ist nämlich der Blick auf den Material.
00:04:29: Ich war letzte Woche mit einer Gruppe von Studierenden in Magdeburg im Landeshauptarchiv.
00:04:35: Wir haben uns Handschriften angeguckt und haben uns überlegt welche Faktoren eigentlich alle dazu führen dass ein Text wie er aufgeschrieben wird, also über welche unterschiedlichen Schichten eines historischen Objekts muss man eigentlich nachdenken.
00:04:56: Wie kann man sie miteinander relationieren?
00:04:59: Welche muss man auch bei der Präsentation sinnvollerweise ausblenden?
00:05:05: Ich habe also sehr geisteswissenschaftliche Dinge betrieben Und klar natürlich.
00:05:13: Das heißt ja für unser Fach, Peter Strohschneider der ehemalige DFG-Präsident und Mediwister hat das mal so auf den Punkt gebracht dass wir eigentlich als Fächer damit immer beschäftigt sind in den hermenneutisch historischen Disziplinen Komplexität und Kontingenzbewusstsein zu steigern.
00:05:34: Und genau das haben wir letzte Woche in Magdeburg im Archiv an einer Handschrift aus dem vierzehnten Jahrhundert gebracht.
00:05:43: Wir haben es ja mit ihren beiden Feldern und den anderen Feldern, die noch hinzukommen jetzt bei der Area of High Potential – die wir gleich noch näher vorstellen – sehr unterschiedlichen Disziplinen zu tun.
00:05:56: Meine Frage jetzt bei der Vorbereitung war tatsächlich, inwiefern das Thema komplexer
00:06:02: Welt
00:06:02: eben Menschen jetzt aus ihrem Forschungsbereich des frühen und Hochmittelalters überhaupt beschäftigt.
00:06:08: Also wie findet sich das Thema einer komplexen nicht komplizierten sondern komplexem Gegenwart?
00:06:15: In Quellen die tatsächlich in einer Welt sind wo wir sie heute sagen würden vielleicht aus der Perspektive der überständigen Überforderung?
00:06:22: Die hatten es ja wahrscheinlich viel einfacher
00:06:23: als wir.
00:06:24: ist das so?
00:06:26: Ja, also ich finde ihre Frage interessant weil sie das Problem Komplexität schon aus zwei Perspektiven betrachtet und die eigentlich von daher kann man ganz gut erklären glaube ich was wir vorhaben.
00:06:41: Also wenn Sie sagen war das eine komplexere oder weniger komplexe Welt da in der Form moderne dann ist es ja ne Formulierung tut, als würde Komplexität vorliegen.
00:06:54: Als wäre das gegeben und klar, dass ist so ein alltagssprachliche Definition von Komplexkeit.
00:07:04: aber unser Ansatz in dem Potenzialbereich folgt tatsächlich etwas anderen Definitionen die natürlich auch sozusagen ihre Geschichte hat, nämlich zu sagen das Komplex eigentlich Komplexität eigentlich eher ein Beziehungsbegriff ist also ein Relationsbegriff als eine Eigenschaft.
00:07:25: Also etwas ist komplex für jemanden in Bezug auf ne bestimmte Position Ein Medium Eine epistemische Art und Weise.
00:07:37: Und das heißt wir könnten natürlich Nicht fragen, ist es weniger komplex?
00:07:43: sondern was hat man über Zustände der Mannigfaltigkeit, der Unvorhersehbarkeit und Durchschaubarkeit sagen können?
00:07:56: Und da kommt Sprachgeschichte ins Spiel.
00:07:58: Komplexität selbst ist ja im Begriff der sozusagen seine richtigen Konjunkturen eigentlich in den vierziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts hatte.
00:08:09: Das heißt, in der Form moderne hat es das Wort in dieser Bedeutungsspannung gar nicht gegeben.
00:08:17: und da setzt kurz gesagt unsere Forschungsidee an.
00:08:21: also bei der Frage Was hat denn dieser Begriff und die Konzepte, die damit verbunden werden überhaupt für eine Geschichte?
00:08:31: Der ist ja sowohl in den Sozial- und Geisteswissenschaften wie Naturwissenschaftinnen historisch konzeptualisiert worden.
00:08:38: Und da wollen wir hingucken – das heißt natürlich für die Form moderne!
00:08:42: Wir können auf Begriffe und Felder gucken, die eben, wie ich es vorhin schon mal gesagt habe ... Analogevorstellungen oder benachbarte Vorstellungen anschreiben, auch auf die Metaphern.
00:08:55: Da kommt natürlich die Kompetenz des Metapher-SFBs in den Blick aber... Wir können und wollen gar nicht sagen, wie komplex war das Leben.
00:09:06: Und ist es weniger oder mehr komplex gewesen als es heute war?
00:09:09: Aber okay klar ich meine es gäbe für die Form moderne ein Zelt wo man gucken wo ich suchen würde wenn's um Die Darstellung von vielen Faktoren und Elementen und Strukturen und so weiter.
00:09:21: geht Das tatsächlich der Bereich des Bergbaus also die Beschreibung der Metallogenese im Untergrund.
00:09:28: Weil da ist so eine Konstellation, wo immer wieder versucht wird, Parameter zu verschieben, welche Planeten wirken ein auf was?
00:09:37: Wie sind die Erd gegeben?
00:09:38: Also das ist sozusagen Ort der Vormoderne wenn ich Metaphern oder Begriffe suchen wollte für Phänomene, die wir heute vielleicht als komplex beschreiben würden.
00:09:52: Wie fern hat das mit dem Bergbau?
00:09:55: also woran sieht man das?
00:09:56: wie äußert sich das?
00:09:58: Also ganz konkret habe ich an einer Sammlung von sieben Handschriften gesessen in den letzten Tagen dem Spekulum metallorum.
00:10:09: Und der erste Teil des Textes, der versucht zu erklären wie entstehen unterirdische Metalle und die vor moderne Vorstellung heißt was vorhanden sein muss ist Schwefel- und Quecksilber und dann ist wie die hochwertigeren Metalle entstehen oder ob was anderes entsteht, oder nichts entsteht.
00:10:30: Sehr abhängig von planetaren Konstellationen also den Metall wurden bestimmte... Planeten zugeordnet, aber auch von Situationen im Erdreich.
00:10:40: Also ist da Wasser in der Nähe?
00:10:43: Ist da Sand in der Nehe?
00:10:44: Geht der Gang von Ost nach Westen oder von Süden nach Norden fällt der an steigt er an und so weiter aus diesen ganzen Parameter also.
00:10:52: der Text versucht eben immer wieder diese Parameter zu drehen und kommt dann aber immer wieder zu dem Satz Und wenn wir das alles wissen wissen wir trotzdem nicht was passiert und dass es natürlich eine wo man sagen könnte, hier wird was beschrieben.
00:11:09: So wie manche Disziplinen heute Komplexität denken und was interessanterweise noch dazu kommt ist der Moment, wo der Text sagt Und wenn wir da jetzt graben, verändern wir die Bedingungen so, dass sich wieder was anderes entsteht.
00:11:25: Also selbst der Beobachtung und der Eingriff selbst in diesen unterirdischen Raum wird als Faktor mit ins Spiel gebracht.
00:11:34: Das bildet natürlich Metaphern aus und vor allen Dingen auch Formulierungen der Ratlosigkeit aus, die da in die Nähe gelangen würden oder wo es interessant sein könnte, sich mal historische Beschreibungen anzugucken?
00:11:49: Zukunftsperspektive in der Rolle, also die Frage nach dem was kommt.
00:11:53: Was ja auch heute ein ganz stark unseren Diskurs bestimmt.
00:11:56: Frau Fengler wie ist das bei Ihnen?
00:12:00: Wie lässt sich Komplexität eigentlich in heutiger Zeit und in den Diskussionen, in Medien ist speziell eine große Rolle eigentlich faktisch messen?
00:12:08: kann da die Medienwissenschaft der Journalismus Zahlen hinzufügen und sagen es ist tatsächlich etwas... ein Informationszunami belegt.
00:12:21: oder wie sehen gehen Sie an das Thema heran?
00:12:24: Ich muss zuerst was vorweggeschicken.
00:12:25: Wir sind nämlich auch in unserem Potenzialbereich sehr vielfältig angelegt und mein Hintergrund ist sozialwissenschaftlich, ich bin also Kommunikationswissenschaftlerin, Journalistikforscherin und ich glaube dass gerade aus diesem Zusammenspiel zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften Riesenpotential in unserem Bereich und darüber hinaus natürlich für die ganze RILL-Initiative entsteht.
00:12:50: Und deswegen versuche ich auch so ein paar empinische Antworten jetzt zu geben, denn wir versuchen ja auch tatsächlich Dinge zu messen in den Sozialwissenschaften, in Zahlen zu kleiden durch Beobachtungen, durch Inhaltsanalysen und... Ich glaube, wir können uns da dem Phänomen Komplexität Aus verschiedenen Seiten näher.
00:13:12: und zum einen wissen wir natürlich aus der Rezeptionsforschung, dass wir inzwischen dieses Phänomen der News Avoidance haben.
00:13:19: Also Menschen vermeiden ganz bewusst den Konsum von Nachrichten und wenn man sie fragt warum dann sind das in der Regel diese Gründe die wir gerade diskutiert haben.
00:13:29: Komplexität auch des Bedrohungsgefühles entsteht natürlich auch aus dem Gefühl wird der Dinge nicht her.
00:13:34: also wenn wir diese Rezeptionsebene können wir sagen ganz klar, können in dieser Form messen.
00:13:41: Wenn wir Inhalte messen oder versuchen zu messen durch die üblichen Methoden
00:13:48: dann
00:13:49: können wir nicht in dem Sinne Komplexität erfassen.
00:13:51: aber wir können natürlich anschauen zum einen wie sich das Medienökosystem verändert durch das wir zum Beispiel starke Anteile von Disinformationen inzwischen haben, die auch über Social Media an die Menschen gelangen und natürlich auch dort Komplexität zum einen reduzieren.
00:14:11: Aber dadurch dass dieser Social Media-Diskurs im Spannungsfeld zu dem öffentlichen Diskurs in den Qualitätsmedien steht, natürlich auch wieder hohe Komplexitäten bei den Nutzern erzeugt, die dann überlegen was ist denn wahr?
00:14:28: letztlich keine Maßstäbe mehr haben, um Medien zu bewerten.
00:14:31: Also auch die Medienwelt an sich ist natürlich total komplex geworden.
00:14:34: aus diesem ganz klassischen Mediensystem der siebziger Jahre zwei öffentlich-rechtliche Programme ein paar Zeitungen Spiegel und Sternen ist jetzt ein riesiges Medienökosystem geworden dessen Komplexität auch die Auswahlkompetenz medial literacy vieler Menschen offensichtlich überfordert oder zumindest teilweise überfordert.
00:14:54: Wir wissen nämlich schon aus Studien, dass viele Menschen den Social Media Angeboten weniger Glaubwürdigkeit zuschreiben als traditionellen Medien.
00:15:02: Dennoch werden sie intensiv genutzt.
00:15:04: also da ist eben auch ein Spannungsfeld und wenn wir uns die Inhalte anschauen dann sehen wir natürlich auch das auch die journalistischen Angebote mit dieser Komplexität
00:15:16: hadern.
00:15:17: ich beschäftige mich zum Beispiel viel mit Migrationsberichterstattung und quasi Untersuche und Messen im internationalen Vergleich.
00:15:27: Und wir sehen zum Beispiel in Europa einen extremen negativen Migrationsdiskurs, in den traditionellen Medien der dieses Thema Demografie dass wir eben Zuwanderungen brauchen um überhaupt unseren Wohlstand zu sichern letztlich völlig ausklammert.
00:15:45: und gleichzeitig sehen wir eigentlich interessanterweise gerade in afrikanischen Staaten Klammer auf.
00:15:51: Inzwischen verhandelt ja sogar die EU-Mitgliedsstaaten mit afrikanischen Staaten über Aufnahmezentren und in Afrika wird die Systeme Migration viel stärker als Chance tatsächlich auch geframed in den Medien, das heißt
00:16:04: bei uns
00:16:06: führt diese hohe Komplexität und auch die Polarisierung der Gesellschaft dazu dass bestimmte Aspekte oft aus der Berichterstattung ausgeklammert werden war es aber wiederum zu einer verzerten Wahrnehmung im öffentlichen politischen Diskurs fühlt.
00:16:22: Also auch der Journalismus ist mit der Komplexität, der Gesellschaft überfordert und muss darauf reagieren.
00:16:31: Und vor allem der Journalist muss wahrscheinlich auch herausgefordert, dass er sich aus seiner Expertenposition mit seinen etablierten Medien immer weiter rausbewegen muss.
00:16:43: Da wohnen mich dann die Diskurse stattfinden in sozialen Medien usw..
00:16:48: Also, es ist ja
00:16:48: die genuine Aufgabe von Janusmus Komplexität zu reduzieren.
00:16:52: Das ist ja das... Die Aufgabe der Medien.
00:16:55: für andere Bereiche haben wir Politik technokratische Bereiche, die Wissenschaft.
00:17:01: aber Janusmos soll komplexität reduzieren, dass passiert aber inzwischen.
00:17:08: wenn wir so auch gerade an Debatten über zum Beispiel Reformen Bestrebungen in Deutschland denken, passiert das aber eben auch In einer Form, wo man sagt wenn ich soweit Komplexität reduziere dann werde ich vielleicht eigentlich der Thematik nicht mehr gerecht.
00:17:25: Das heißt der Journalist besteht da eigentlich vor ganz ähnlichen Problemen wie die Politik.
00:17:31: Okay das Thema Komplexitätsreduktion als Aufgabe das haben Sie ja gerade ganz kurz aber angesprochen.
00:17:39: Wo äußern sich die Komplexitäten?
00:17:43: im Alltag oder im Bewusstsein der Menschen.
00:17:45: Wir haben also Stichwort Polikrise, also ein Begriff dafür, der sagt wir sind eigentlich umgeben von einer ganzen Reihe großen Krisennarrativen wie Klimakrise Kriege die aktuell stattfinden Bedrohungsszenarien im Netz KI oder gesellschaftliche Polarisierung wie jetzt zum Beispiel im Migrationsdiskurs.
00:18:09: gibt es da bestimmte Felder, die besonders auffällig sind.
00:18:14: Vielleicht auch im Vergleich der Disziplin was sie so sich durchziehen auch durch die Disziplinen und durch die Zeiten?
00:18:22: Das ist etwas das wir eigentlich gerne rauskriegen wollen.
00:18:26: Wir haben uns als wir darüber gesprochen haben dieses Komplexitätsthema könnte was sein was die historischen Geisteswissenschaften sage ich jetzt mal also Literatur, Geistwissenschaften und Journalistik gerade vielleicht aus dem Grund weil die einen immer schon zur Komplexitätsreduktion aufgerufen worden sind während die anderen sich Komplexitätsteigerung eigentlich verschrieben haben was wir in die Zange nehmen sollten.
00:18:55: Und wenn ich Ihre Frage richtig verstanden habe dann wäre das einer unserer Untersuchungsbereiche rauszufinden wo hatte der Komplexitetsbegriff eigentlich Konjunkturen?
00:19:06: Wofür ist der eingesetzt worden?
00:19:08: Denn das ist ja auch tatsächlich ein erheblich rhetorischer Begriff.
00:19:12: Also man nutzt die Rede von Komplexität zum Beispiel, um Thema wegzuschieben und zu sagen, es ist mir jetzt zu komplex, will ich jetzt gerade nichts mitzutun haben oder um Leute wegzus schieben um zu sagen, das ist zu komplex für euch oder bei uns jetzt in den Fächer natürlich ganz klar auch um Forschungsgelder zu rekorrieren.
00:19:32: Schaut mal wie hübsch komplex das ist.
00:19:34: da brauchen wir jetzt mal eine Menge Geld.
00:19:36: so und das ist was wir natürlich auch beforschen wollen als zu sagen welche Inflationen, inflationen, welche Konjunkturen, auch welche Reduktionen nimmt dieser Begriff in seiner Geschichte vor?
00:19:50: Wir arbeiten damit tatsächlich manchmal zu einem Machtinstrument, um Leute von Sachen webfernzuhalten oder zu integrieren.
00:19:59: Oder um Sachen zu stark zu vereinfachen oder stark zu vereinfachen oder eben ja vielleicht dadurch entstandene Knoten wieder aufzulösen, indem man zu sagen jetzt müssen wir sowieso Sanne eben auch für ihr Fach gesagt hat Jetzt müssen wir es eigentlich an der Stelle müssen wir Komplexität aushalten und zulassen, vielleicht auch steigern.
00:20:23: Und die damit verbundenen Kontingenzen wieder in den Raum stellen.
00:20:27: Ich schließe
00:20:27: mich einfach direkt noch mal kurz mit so einem Nachklapp an.
00:20:31: Die Möglichkeit
00:20:33: im
00:20:33: Ruhr Innovation Lab zusammenzuarbeiten würde ja eben auch bedeuten dass wir zwei Institute zusammenbringen könnten die bisher punktuell verbunden waren.
00:20:42: Also wir hatten schon mal zwei graduierten Kollegen mit dem Institut für Medienwissenschaft in Bochum, wir hatten dann auch aus Duisburg Essen, da hatten
00:20:51: wir unsere
00:20:52: super netten Kollegen von der Uniessen mit dabei, die Kommunikationswissenschaftler und die Journalistik in Dortmund.
00:20:58: Und plus wir hätten natürlich noch einmal diese große Breite an tollen Perspektiven, zum Beispiel auch die Asien Institute der hohe Universität Buchung einbringen würden und diese ganzen quasi auch globalen Bezüge einbringen könnten.
00:21:19: Und wir hatten damals schon versucht, eben auch bei diesen gratuierten Kollegen durch das Finden einer gemeinsamen Sprache was nicht leicht ist.
00:21:28: Das haben wir ja auch zum Teil immer mit den Vorbereitungen zu dem großen Tag bemerkt.
00:21:35: Es müssen eben auch alle Seiten bereit sein, einander zuzuhören und nach Ankerpunkten zu suchen.
00:21:42: Aber ich glaube da sind wir echt auf einem richtig guten Weg und das macht ihr auch richtig Freude.
00:21:46: Auch sich selber nochmal zu hinterfragen.
00:21:48: So sehe ich das vielleicht so einseitig.
00:21:50: Und wir haben eben auch bei diesem graduierten Koalitionsschon gemerkt wie viel Gewinn man aus dieser... aus dieser interdisziplinären Zusammenarbeit ziehen kann, die man außenstehenden kaum erklären kann.
00:22:01: Auch das ist ja total komplex wenn man versucht jemandem der nicht aus dem Wissenschaftsbetrieb kommt zu erklären dass Medienwissenschaftskommunikationswirtschaft und Journalistik völlig unterschiedliche Dinge sind.
00:22:12: Und auch da glaube ich könnten wir wirklich einen Meilenstein setzen.
00:22:16: und diese Zusammenarbeit und Verschränkungen würde uns eben auch erlauben, zum Beispiel hinter Phänomene der interpersonalen Kommunikation viel genauer zu gucken als wir das in der Journalistik bisher können.
00:22:30: Da fehlt uns die Sprache und da fehlt uns auch das Handwerkzeug was Christine auch gerade ein bisschen angesprochen hat.
00:22:35: Und natürlich sind auch so Dinge wie... Da würde ich auch total Spaß daran haben das zu entdecken.
00:22:40: Auch Dinge wie Materialität sind natürlich Dinge, die sind bei uns eigentlich unterbelichtet und da könnten wir total viel von euch Christina lernen.
00:22:48: Mir hat gerade letzte Woche eine Kollegin aus Portugal, wir hatten über ein künftiges Forschungsprojekt was ich mit Medienstrategien rechtsradikaler Parteien in Europa oder recht extremer Parteien beschäftigen könnte gesprochen und er erzählte sie mir das die Chega-Partei in Portugal die natürlich auch wie alle anderen rechtspopulistischen Parteien ganz aktiv TikTok und so weiter nutzt, aber dass sie jetzt tatsächlich eine Zeitung auch herausbringen um von dem Glaubwürdigkeit zu Bonus einer gedruckten Zeitung zu profitieren.
00:23:20: Die ist natürlich gar nicht glaubwürdig völlig klar!
00:23:23: Aber da, Christina, da wär das was du von der Materialität sagst, das wäre da wunderbar gespiegelt und ich glaube das fängt das ganz gut ein und da würden wir durch euch eine Tür aufgemacht bekommen, wo wir im Moment nicht mehr zur Tür sehen sind und einen Betonblock.
00:23:39: Ja das war tatsächlich ein Gespräch dass wir in Vorbereitung auf die Regierung geführt haben zu sagen wie kann man eigentlich die Rede von desinformationen die ja ganz stark so vom Journalistischen Institut in Dortmund kommt wenn ich das richtig wiedergebe sonst muss ich schreien Und unsere Rede von der Wahrheitsproduktion, die wir im Graku verfolgen.
00:24:03: Wie kann man das eigentlich als sozusagen zusammenfügen?
00:24:07: mal?
00:24:08: Um jeweils dann noch andere fehlende Aspekte in den Blick zu kriegen?
00:24:13: und ich glaube jetzt so mit- und ohne extra... Das ist auf jeden Fall was das sollte.
00:24:19: Total, total!
00:24:21: Egal was am zweiten passiert.
00:24:25: zuhören, vielleicht erzählen.
00:24:27: The area of high potential startet ja gerade das heißt die Zusammenarbeit ist wirklich noch ganz frisch und so in dem Stadium der des Abtastens und auch des gemeinsame Themenfindens.
00:24:42: wie gehen sie damit um dass ja die Disziplinen doch eigene Fachsprachen haben und nicht immer nur Komplexität reduzieren sondern manchmal auch Komplicität produzieren?
00:24:55: Haben Sie das ein gemeinsames Glossar, was Sie erst mal entwickeln oder eine Begriffssammlung von der sie sagen die sammeln wir es erstmal schauen und uns angucken.
00:25:05: Wo sind die Gemeinsamkeiten?
00:25:06: Also geisteswissenschaftlich würde man genauso anfangen und zwar gar nicht unbedingt... um direkten gemeinsame Sprachregelung zu finden, sondern eben um beschreiben zu können.
00:25:17: Was ist das für ein Begriff?
00:25:18: Was hat er für eine Geschichte wie es der eingesetzt worden?
00:25:21: Welche Formulierungen hat er zugelassen?
00:25:28: Erzeugt und dann natürlich auch, ich glaube da ist man relativ schnell in dem Bereich der auch für die Journalistik sehr anschlussfähig ist.
00:25:38: Welche Narrative hat er auch produziert?
00:25:41: Also gibt es einen Narrativ das sagt Juhu unsere Welt wird immer komplexer und das ist gut so.
00:25:46: und noch mehr Technik und dann können wir das alles schön lösen.
00:25:50: oder Nord-Süd-Nerativ, ja zu sagen die Welt ist komplexer als die andere.
00:25:59: Gibt es Utopien oder Dystopien, die sich damit verbinden?
00:26:03: All das wollen wir uns angucken und das heißt Wir arbeiten jetzt.
00:26:08: zunächst mal würde ich sagen mit einem sehr offenen Komplexitätsbegriff dass wir gucken uns an was.
00:26:17: Was nennen Leute, aus welchen Gründen komplex?
00:26:21: Was wollen sie damit beschreiben und was wollen Sie damit auch erreichen.
00:26:26: Das ist ein Zugriff der klassischen Geisteswissenschaften.
00:26:32: Ich glaube die Medienwissenschaft sind ja eigentlich nur zwei Leute aus einem großen Leitungsteam wo Friedrich Baalkund Anatochtling noch dabei sind von den Medienwissenschaften Techniksoziologie, Susanne?
00:26:49: Stimmt das?
00:26:50: Genau.
00:26:51: Danke!
00:26:53: Also eigentlich ist es ein bisschen kontingent fast jetzt nur auf unsere Fächer zu gucken
00:26:59: und fällt noch ganz kurz am Anschluss auch genau was Christina gesagt hat.
00:27:04: also bei uns im Forschungsbereich ist eben das Thema Framing wirklich ja eines der einen sehr großen Dampfer ganz hohes Maß an Anschlussfähigkeit und vielleicht auch an Innovationen, wie drum für die klassische Kommunikationswissenschaft erreicht werden kann.
00:27:27: Wenn wir genau diese Punkte stärker berücksichtigen.
00:27:30: aber natürlich muss man auch weil sie am Anfang auch danach gefragt haben ob das schwer oder leicht war eine gemeinsame Sprache zu finden.
00:27:36: und wenn ich so zurück denke muss ich sagen Also ich fand das am Anfang in der Tat eine Herausforderung, weil man eben auch merkt ... Man hat sich über die ganzen Jahrzehnte so eine bestimmte Wissenschaftsdenke, Sprache und so weiter angeeignet.
00:27:51: Gerade in der Geistniswissenschaft geht es ja viel darum, Begriffe sozusagen damit zu beschäftigen, zu definieren.
00:27:57: Wie in der Kommunikationswissenschaft machen das gar nicht soviel?
00:28:00: Weil wir versuchen eben sozusagen die, ich sag mal ein bisschen plumptige Gesellschaft einzufangen Arbeiten dabei vielleicht eher mit Gesetzen begriffen und das rüttelt uns dann natürlich auch aus unserem Zugang so ein bisschen raus.
00:28:13: Und ich glaube, dass die so produktive Verunsicherung sich selber zu hinterfragen, sich zwingend Sachen mit anderen Augen zu sehen – auch in totaler Luxus ist!
00:28:22: Denn man steckt ja nach einigen Jahren oder Jahrzehnten auch in einer bestimmten Forschungsrichtung drin.
00:28:28: Dass wir jetzt eigentlich durch dieses Grill irgendwie alle nochmal einen Schub in eine andere Richtung kriegen,
00:28:34: ist toll.
00:28:37: Das kann ich ohne Abzüge unterschreiben.
00:28:43: Sie haben so viele Startpunkte für weitere Fragen geliefert.
00:28:47: gerade, das eine ist natürlich ein bisschen die Diskrepanz, vielleicht das eine oder andere fällt immer wieder erlebt zwischen Begriffen, die sie wissenschaftlich untersuchen und die sie aber auch gleichzeitig im Alltag anwenden.
00:28:59: Das ist natürlich eine spannende Frage wie viele verschiedene Disziplinen da jetzt eingebunden sind.
00:29:06: Wir haben es ja, Sie beide mit zwei Disziplin hier, sie haben gerade angedeutet, wie viele andere noch dabei sind?
00:29:11: Vielleicht kann man einmal nochmal so einen Rahmen spannen, wer ist eigentlich alles Partnerin, Partner von ihrem Projekt oder von dieser Area of High Potential und was bedeutet das auch in der Zusammenarbeit über verschiedene Hochschulen hinweg so ein Projekt zu betreiben?
00:29:27: Also in Dortmund sind zum einen die beiden Kollegen aus der Soziologie beteiligt Cornelius Schubert und Maximilian Wilkesmann, die sich mit Techniksoziologie und Arbeitssoziologie beschäftigen.
00:29:38: Und auch wiederum mit Christina
00:29:40: Friedrich-Balke
00:29:41: an der Tuschlinge im College verbunden sind, was ja vielleicht auch noch so ein wichtiges, also wichtig zu erwähnen, wichtige Plattformen für die gemeinsame Arbeit sein kann – schon ist natürlich auch, vor allem schon ist!
00:29:55: Und aus dem Institut für Journalistik sind mit dabei Christina Elmer, die sich mit digitalen Journalismus beschäftigt und auch das den deutschen Hub des European Disinformation Narratives Observatory.
00:30:12: Leitet, also eben ganz stark auch diese europäische Perspektive auf Disinformationen einbringt.
00:30:17: Und noch Henrik Müller ist mit dabei der Professor für Wirtschaftspolitischen Journalismus und beschäftigt sich eben auch so mit Framing in der Wirtschaftsberichterstattung.
00:30:26: Auch da haben wir schon jede Menge total Interessante Schnittpunkte ausgelotet und er macht zum Beispiel auch mit einem Team wiederum von Wirtschaftswissenschaftlern und Statistikern ein Unsicherheitsindikator, den er vierteljährlich herausgibt.
00:30:40: Auch der misste am Ende Komplexität wie sie in der Brüchterstattung über wirtschaftliche Fragen sich niederschlägt.
00:30:47: also insofern sind wir ja Dortmund kommen so aus diesen beiden Disziplinen aufgestellt.
00:30:54: jetzt geht es mit
00:30:55: Buch um weiter.
00:30:56: Ja tatsächlich Wir haben natürlich eine Sachlage, weil an der TU Dortmund gibt es ja nicht so viele klassisch-geisteswissenschaftliche Bereiche.
00:31:08: Die haben ihre Schwerpunkte inzwischen doch recht anders gesetzt und dementsprechend haben wir das auf dieser Seite hier versucht zu ergänzen.
00:31:19: Ich glaube, vorausschicken muss man erst mal das ist ein Atmender verbunden.
00:31:23: Also die Namen, die da jetzt im Antrag stehen?
00:31:25: Das ist das eine.
00:31:27: und wie sich das entwickeln wird sollten wir glücklich sein oder auch wie es sich entwickeln werden sollte nicht Glück haben in der Exzellenzinitiative dass nochmal was anderes aber unser Rektorat war versucht einen Querschnitt durch die Philologien zu binden.
00:31:47: Wir haben also Natalie Bencek dabei aus der neueren Literaturwissenschaft, Johann Büsro aus der Islam-Wissenschaft, Susanne Arfriede aus der romanischen Philologie.
00:31:59: Dann haben wir Christine Moll-Morata dabei aus der Geschichte Chinas.
00:32:07: Dann haben wir Tahani Nadim dabei, die sich um die Kuratierung digitaler Objekte am KWI auch kümmert.
00:32:16: Juli Kagrim vom KWIs gleichzeitig günstigerweise Anglistin.
00:32:23: Den Weg ist Essen dann auch eingebunden?
00:32:26: Genau, also das Kollege für Social Sciences and Humanities ist eingebunden und vermittelt darüber natürlich auch das KWI Essen.
00:32:36: Dann haben wir die Religionswissenschaften dabei mit Volker Krächt, also die Theater-Wissenschaften mit Leon Gabriel und Jörn Erzolt der gleichzeitig an den Rup dieses zweite große Humanities Hub aufbaut im Moment parallel zu unserem sozusagen Dann in einem starken Medienwissenschaftlichen Anteil, Friedrich Balk und Anna Tuschling hatte ich ja schon genannt.
00:33:03: Stefan Rieger ist mit dabei der den SFB Virtuelle Lebenswelten leitet Und wir strecken sozusagen auch so ein bisschen Richtung Bergbaumuseum uns aus.
00:33:18: da ist Tina Asmussen dabei die ist Professorin für Montagengeschichte verschiebt jetzt gerade ganz stark, auch so in Richtung Ressourcen-Geschichte.
00:33:32: Die Leiterin ist dabei also Sohn Hild Kleingärtner Thomas Stöllner von der Uhr und Frühgeschichte und Frank Uckötter auf unserer Seite Technik und Umweltgeschichte.
00:33:44: Also wir haben einfach versucht aus diesen... Wir reden ja doch auf Seiten der Rub über mindestens drei große Fakultäten Und da haben wir über die Sozialwissenschaften zum Beispiel noch gar nicht gesprochen oder die Bildungswissenschaft, die wieder in eigener Laden sind.
00:34:03: Da hat unser Rektorat natürlich versucht das erst mal jetzt für den Antrag möglichst repräsentativ abzubilden und in der konkreten Arbeit – und das haben wir auch schon in der Antragsarbeit gesehen – werden aber natürlich Leute dazukommen, so waren z.B.
00:34:18: bei unserer Begehung sehr viele dem ICA-Bereich mit dabei, die uns super vertreten haben da vor Ort und damit gearbeitet haben.
00:34:31: Und so soll es auch sein und so solls auch werden.
00:34:35: Jetzt haben wir so viele Namen gehört und hinter den Namen stehen ja noch mehr Namen nämlich Wissenschaftler und Nachwuchswissenschaftler.
00:34:42: Es gibt die gratuierten Colleges, die beteiligt sind usw.. Wie organisiert sich so eine Gruppe?
00:34:48: Gibt es dann große Tagungen in bestimmten Abschnitten und dann arbeitet man kleinteilig weiter und führt die Ergebnisse irgendwie zusammen.
00:34:55: Also wie ist der Arbeitsprozess, wie kann ich mir das vorstellen?
00:34:59: Ich glaube genauso sieht das aus.
00:35:01: Wir mussten ja für die Begehung, wir mussten sowas wie ein Fahrplan uns ausdenken und haben das auch genau an der Art und Weise versucht also im Prinzip kleine Gruppen, die zusammen an bestimmten Schwerpunkten arbeiten.
00:35:17: Wo sie gut im Thema sind und dann in relativ regelmäßigen Abständen das ganze Mal zusammenbringen drauf schauen gucken was kann man sinnvollerweise wie weiterverfolgen?
00:35:30: ja nicht jeder Themenschwerpunkt taugt für jedes Format.
00:35:38: wenn ich unsere Rektorate richtig verstanden habe, war das auch genauso gedacht zu sagen Potenzialbereich ist was.
00:35:44: Das findet in den nächsten zwei drei Jahren die Schwerpunktbereiche raus, die möglicherweise clusterfähig sind wo man einen Antrag wagen kann in dem Bereich und die anderen ebenso interessanten spannenden Bereiche sind aber vielleicht besser in anderen Förderformaten aufgehoben.
00:36:05: hoffen wir uns daran zu arbeiten.
00:36:11: Ich glaube das Wichtige ist eben auch wirklich, wie Christina schon angesprochen hat so diese persönliche Begegnung die überraschenden Austausch ermöglicht.
00:36:21: also für mich war zum Beispiel ein Aha-Erlebnis dass wir mit eurem tollen Kollegen aus der Synologie Kristina Christian Schwermann ins Gespräch kam und sich dann plötzlich raus stellte über den chinesischen Begriff der Information.
00:36:41: Und wir wissen ja, dass hinter Desinformationskampagnen nicht nur Russland steht sondern auch China ganz handfeste Interessen hat die aus geopolitischen Gründen verfolgt werden.
00:36:54: und da haben meine Kollegen in Dortmund sich mit Desinformationen beschäftigt und ich habe plötzlich Wao gerufen weil uns da der Kollege aus der Synologie einen Schlüssel in die Hand gegeben hat
00:37:04: um
00:37:05: auch nochmal diese Kommunikationsstrategie besser zu verstehen.
00:37:11: und auch historisch, weil das hat er uns dann erklärt wie sich das aus der chinesischen Geschichte auch irgendwie nachvollziehbar erklärt.
00:37:24: Das können wir eben sehr produktiv in unserer Arbeit aufnehmen.
00:37:27: Und das war zum Beispiel so ein ganz tolles Aha-Erlebnis.
00:37:32: viele wünschen, wenn es eben auch wirklich zu dieser Zusammenarbeit kommt.
00:37:36: Ich denke auch das ist natürlich immer so.
00:37:39: einige haben richtig Lust auf Zusammenarbeit andere sind einfach in anderen Projekten so eingebunden dass sie wenig Gedankenkapazitäten dafür haben.
00:37:47: ich denke sowas ähnliches werden wir hier auch erleben.
00:37:49: Wir hatten halt jetzt für die Begehung
00:37:52: waren
00:37:52: wir am Ende eben auch ein eingeschweißtes Team die halt immer da war egal ob's geregnet oder gesteitert und Und ja, aber es ist unter mich viel Potenzial und das müssen wir einfach heben durch Begegnung.
00:38:03: Eine andere Punkt der ja gegeben sein muss ist das Thema Öffentlichkeit und die Herstellung auch von einer Öffentlich- keit Die Ergebnisse in die Öffentlichkei bringen.
00:38:14: Wie sieht da die Zukunftsperspektive eines so großen Forschungsvorhabens wieder Area of High Potential aus?
00:38:22: Gibt es da schon Ideen wie die ersten Ergebnisse zwischen und Endergebnisse sofern sie vorlegen, auch mitgeteilt in die Öffentlichkeit gebracht werden.
00:38:31: Ich glaube wir sind hier natürlich in der luxuriösen Lage dass wir das Institut für Journalistik mit an Bord haben.
00:38:36: Wir haben Alumnienetzwerk von tausend fünfhundert Journalisten und Journalisten also vielfach auch in Führungspositionen bei den großen Medienhäusern Deutschlands arbeiten.
00:38:45: Wir hatten eigentlich fast alle relevanten Medienhäuser aber uns als Volopartner in der Bachelorausbildung ohnehin eingebunden.
00:38:54: Wir waren Holger Wormann, das war jetzt ein Kollege direkt im Potenzialbereich mit dabei war, aber der natürlich exzellente Arbeit im Bereich Wissenschaftskommunikation macht.
00:39:06: Das Rhein-Rohlscenter aufgebaut hat gerade einen neuen Studiengang mit Förderung aufbaut und wir hatten uns ja auch in der Vorbereitung der Begehung ganz viele Sachen überlegt die quasi bei den Leuten anfangen.
00:39:24: Christina, der Science-Shop und die tatsächliche Auseinandersetzung zum Beispiel mit Leuten vor Ort bis hin zu Panelbefragungen was unsere soziologischen Kollegen eingebracht haben bisschen eben auch zu den Policymakers und den Stakeholders auf entscheiderebene denen wir natürlich auch hoffen durch unsere Forschungsergebnisse Angebote machen zu können.
00:39:48: Außerdem haben wir das European Journalism Observatory, eine Plattform bei uns am Institut.
00:39:54: Dass eben auch dazu dienen kann Ergebnisse in die europäische Öffentlichkeit zu tragen.
00:39:58: also ich glaube Wir sind da ganz gut ausgestattet und wir müssen eigentlich unser Klavier nur bespielen.
00:40:05: Diese Musik werden wir hoffentlich bald hören und zwar auf möglichst vielen Kanälen.
00:40:11: Vielleicht zum Abschluss Wie schauen sie jetzt auf die nächsten Wochen wenn die Begehung sozusagen ihre Ergebnisse zeitig, nämlich die Verkündigung.
00:40:21: Wie sieht es aus falls das zum Beispiel nicht zu einer Förderung käme?
00:40:26: Wird wahrscheinlich trotzdem die Aerial Files Potential weiterverfolgt oder?
00:40:30: Also die RUP hat sich selbst eine Struktur gegeben wo Engaging Complexity schlicht Einzelhumanities Hubs ist.
00:40:39: Das heißt wir haben eine Plattform die dann natürlich eine Zusammenarbeit weiterhin fördert wo auch der Kontakt in die UaRuhr rein unbedingt erwünscht ist und fortgesetzt werden soll.
00:40:56: Das ganze gilt natürlich für die einzelnen Projekte, aber dass dies natürlich finanziell völlig anders ausgestattet, das ganz klar.
00:41:06: Ich glaube, dass die Chancen ja sehr gut stehen.
00:41:11: im Vergleich kann man das glaube ich Gut sagen.
00:41:14: Was würde sich denn ändern, wenn es die gute Nachricht gibt?
00:41:18: Was wird sich für Studierende, für Promovierende in den beiden Hochschulen ändern?
00:41:22: Vielleicht das zum Abschluss noch mal so als kleine Zukunftsperspektive was für Chancen bieten Sie da?
00:41:28: Also ich glaube wir hätten unendliche Chancens in ganz neuen Konstellationen Forschungsprojekte zu beantragen weil wir da eine ganze neue Grundlage dafür schon dabei sind sie zu finden und dass Ich glaube, das können wir machen egal wie es am zweiten ausgeht.
00:41:49: Für die Studierenden wäre es eine enorme Bereicherung von den neuen Menschen, die wir durch die Initiative an die Uni holen könnten und deren Wissen und Breite zu profitieren.
00:42:02: Vielleicht auch einfach ganz simpel!
00:42:04: für den Stolz an eine Exzellenzonie zu arbeiten.
00:42:07: Ich glaube, das würde auch wiederum viel ausmachen und würde leichter Leute heran, auch Studierende vielleicht begeistern können.
00:42:13: Wir kommen ein bisschen aus der Underdog-Position
00:42:15: im Ruhrgebiet
00:42:16: aber ... Das macht uns ja vielleicht auch noch sympathischer.
00:42:23: Ja also ich glaube es wird auch so einen enormen Sprung geben.
00:42:26: Für mich war eigentlich diese ganze Phase jetzt so im März, April oder Mai.
00:42:33: Das war so was ganz Besonderes, weil man ist ja meistens Einzelkämpfer an der Uni.
00:42:37: Und das war für mich das erste Mal, dass ich über meine Institutskollegen hinaus die Uni und jetzt in dem Fall noch beide Unis als Ganzes erlebt habe.
00:42:46: Ich hab wirklich das Gefühl gehabt wir waren wirklich so ein Team!
00:42:51: Das hat eine ganz große Verbundenheit erzeugt und ich glaube ... großartig weiter tragen und es hat mein Verständnis von Uni, also für dieser Uni an der ich arbeite radikal verändert.
00:43:03: Das ist ein wunderschönes Schlusswort!
00:43:05: Und liebe Hörer und liebe Hürre wir bitten nochmal die Tonprobleme zu entschuldigen.
00:43:09: in dem Fall haben wir tatsächlich digital aufgezeichnet.
00:43:11: Wir waren in verschiedenen Orten zur gleichen Zeit und das bringt manchmal technische Schwierigkeiten mit sich Die wir nicht haben sind im Studio sitzen wo wir alles unter Kontrolle
00:43:19: haben
00:43:20: und dass wird so sein nämlich in den nächsten Folge, Folge zehn wo wieder die beiden Rektoren sind und dann sprechen wir natürlich über das Ergebnis der Begehung.
00:43:29: Und
00:43:30: wie es
00:43:30: weitergeht mit der
00:43:31: Exzellenz-Strategie
00:43:32: des Ruhr Innovation Lab.
00:43:34: Bis dahin mein Name ist Sven Daniel Gettes und ich freue mich auf das Wiederhören!
00:43:39: Bis dann Tschüss.
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